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30 aprilie 2004: “Ein Vierteljahrhundert seit S.L.O.M.R.”

Vasile Paraschiv, membru SLOMR, Ana Blandiana, Gratiana Popescu, sora sindicalistei Carmen Popescu, dr. Ionel Cana, fondatorul SLOMR, Cicerone Ionitoiu, Mara Stefan, Romulus Rusan

Die Bürgerakademie hat am Freitag, den 30. April 2004, eine Dokumentationsveranstaltung zur Freien Gewerkschaft der Menschen der Arbeit aus Rumänien (Sindicatul Liber al Oamenilor Muncii din Romania) organisiert, das vor 25 Jahren von Dr. Ionel Cana und einer Gruppe von Intellektuellen und Arbeitern gegründet worden war. Zwei Jahre nach der Unterdrückung des Arbeiterstreiks im Schilltal (Valea Jiului) und der vom Schriftsteller Paul Goma initiierten Bewegung, verteilte S.L.O.M.R. im ganzen Land einen Katalog von Forderungen und schaffte es, über 2000 Unterschriften aus den unterschiedlichsten Schichten und geographischen Zonen zu sammeln, ein Symbol des Versuchs der Rumänen, sich dem Monopol des totalitären Staates zu widersetzen. Redner: Dr. Ionel Cana, der Arbeiter Vasile Paraschiv, Gratiana Popescu (die Schwester der Gewerkschafterin Carmen Popescu) und Mara Stefan riefen die Momente der Gründung des Syndikats und seiner Zerschlagung durch die Securitate durch Beurlaubungen, Verhaftungen, Verurteilungen und Ausweisungen in Erinnerung. Der Ingenieur Gerhard Nikolaus Kneip beschrieb in einem Brief aus Deutschland, wie sich S.L.O.M.R. in Timisoara bildete. Cicerone Ionitoiu, Dr. Ion Vianu und Victor Frunza sprachen über das Echo des Syndikats im In- und Ausland, wobei die Sendungen des „Freien Europa“ eine besondere Rolle zur Vereinigung der Bewegung spielten. Dr. Ionel Cana – der ein reiches Archiv der Gewerkschaft besitzt – zeigte einige Beispiele von Aufzeichnung jener Sendungen.

Die Bürgerakademie vervollständigte durch diese Veranstaltung (die sich einer bewegenden Atmosphäre erfreute) eine Reihe von Momenten der Zeitgeschichte, die in Gegenwart der Protagonisten am Sitz in Bukarest und im Memorial Sighet stattfanden (die Bewegungen in Brasov 1987, die oppositionellen Aktionen von Intellektuellen und Arbeitern aus den 70er und 80er Jahren). Ana Blandiana, die Moderatorin der Diskussion, zeigte die Kontinuität des antikommunistischen Widerstandes auf, dem nach den Jahren der blutigen Unterdrückung aus der Zeit des Dej-Regimes im „goldenen Zeitalter“ weniger harte, dafür aber perfidere Hindernisses in den Weg gelegt wurden und der es zu diesem Zeitpunkt dennoch vollbrachte, die Unzufriedenen, inklusiv aus den Reihen der Arbeiterschaft, in die Öffentlichkeit zu bringen, was die Definition der „Diktatur des Proletariats“ und den realen Sozialismus bis zu seinem Zusammenbruch 1989 erodierte und kompromittierte.