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Der Armenfriedhof

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cimitir_1_500Eine der Komponente des Memorial ist der Armenfriedhof, der in 2,5 km Entfernung außerhalb der Stadt liegt. Wie die Legenden der Zeit berichten, wurde hier geheim und nachts ein guter Teil der im Gefängnis Verstorbenen begraben. Die Gräber konnten unter den vorherigen und späteren Gräbern  aus den 1950er Jahre nicht identifiziert werden, so dass zur Ehrung des Leidens dieser Opfer 1999 ein landschaftliches Projekt entworfen wurde.

cimitir_cruci_1_500 Auf einer Fläche von 14.000 qm des Friedhofs wurde der Umriss des Landes nachgezeichnet. Entlang dieses Umrisses wurden Setzlinge (hauptsächlich Koniferen) gepflanzt. Durch das Wachsen der Kiefern, des Dickichts, der Tannen und Fichten entsteht ein pflanzliches Amphitheater, in dessen Inneren das „Land“ als Wiese übrig bleibt. Die Idee besteht darin, dass das Vaterland auf diese Weise die Märtyrer in den Armen hält und durch die Vegetation, die sich mit der Zeit ausbreitet, betrauert. Von einem Aussichtspunkt, der an einem höher gelegenen Platz am Ufer der Theiß (die gegenwärtig die Grenze zur Ukraine bildet) eingerichtet wird, werden die Besucher des Memorial dieses symbolische Bild in dem Maße, in dem die Natur das Projekt weiterführt, betrachten können.

UnknownIm Jahre 2009 wurde diese Landschaftsarchitektur durch einen Altar aus Stein ergänzt, an dem die Erinnerungs-Gottesdienste abgehalten werden und der von einem massiven Kreuz aus Kalk dominiert wird, das im byzantinischen Stil gestaltet ist und auf dem die Worte der Neunten Glückseligkeit eingraviert sind. Unter dem Altartisch wurden Urnen mit Erde von den Gefängnisfriedhöfen, Orten, an denen Exekutionen stattfanden, an denen die Opfer der Haft, der Deportation und des Hausarrests liegen, deponiert. Dieses Grabensemble stellt ein Ehrengrabmal dar, das den Opfer aller kommunistischen Gefängnisse, Lager und Deportationen gewidmet ist. Er wird von Troitzen bewacht, die großen Männern gewidmet sind, die ihr Leben im Gefängnis von Sighet ließen, von je einer Troitza, die den griechisch-katholischen Prälaten bzw. den Opfern unter den Bauern bei der Kollektivierung gewidmet sind sowie von einem Denkmal für die Helden aus der Maramures. Bei der Weihe des Ehrengrabmals am 05. Juni 2008 kamen Menschen aus allen Ecken des Landes mit je einer Handvoll Erde vom Grab eines Opfers oder von Orten, wo es solche bekannte oder unbekannte Gräber gibt, oder von Orten, an denen Menschen hingerichtet wurden, oder wo Massengräber liegen, und deponierten die symbolische Erde im Fundament des Altars.

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