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Gedenkstätte Sighet – ein Blick in die Vergangenheit, aber auch in die Zukunft

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Ana Blandiana

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So wie im Falle von Personen, unterscheiden sich Völker voneinander nicht nur durch die Art und Weise in der sie ihr Schicksal leben, sondern auch durch die Art in der sie es zu schätzen wissen. Die Polen haben es geschafft, ihr hundertjähriges Elend durch Würde definieren, während Juden ihr Martyrium in einer Apotheose ungewandelt haben.

Was uns anbelangt, ist die Lehre der Angemessenheit der Dinge für uns leider fast immer eine Unbekannte gewesen. Wir haben es ständig lieber gehabt, unsere Gäste nicht mit Tränen, sondern mit Brot und Salz zu empfangen, und unsere Wunden in der Stille und Verlassenheit zu behandeln. Es gibt eine große Einsamkeit, die das Schicksal des rumänischen Volkes geprägt hat, sowie ein unerträgliches Schweigen.

Die Gedenkstätte Sighet ist aus dem Glauben entstanden, dass die Einsamkeit ein Ende haben soll. Ihr ein Ende zu setzen bedeutet auch das Schweigen zu brechen.