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Museum: Saal 51 – Poesie im Gefängnis

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Sala 51

Die in diesem Raum ausgestellten Gedichte – nur ein geringer Teil von denen, die in den Gefängnissen des kommunistischen Rumänien ausgedacht, weitergegeben und erinnert wurden – waren gleichzeitig Wege der Kommunikation, Mittel des Ausdrucks und des geistigen, psychischen und politischen Widerstandes in einem. Ihre Auswahl – weder zu jener Zeit vom kollektiven Gedächtnis, noch heute aus der Sicht der Nachkommenschaft – erfolgte nicht nach strikt ästhetischen Kriterien, genauso wenig wie die Wichtigkeit und der Sinn ihrer Existenz sie, obwohl einige wahre Meisterwerke sind, in die Geschichte der Literatur einschreiben werden.
Entstanden ohne Bleistift und Papier, von Zelle zu Zelle mit Schlägen an die Wände als Morsezeichen weitergegeben, waren diese Verse gleichzeitig eine Übung mentaler Gymnastik, von seelischer Entlastung, von menschlicher Solidarität, von geistigen Erhöhung und von Askese durch die Akzeptanz von Anonymität. Von einigen kennt man bis heute nicht die Verfasser, von anderen hat man in der Zwischenzeit berühmte Autoren identifiziert, aber wir haben es dennoch vorgezogen, sie ohne Namen nebeneinander zu stellen, denn im Augenblick ihrer Entstehung fehlte jegliche Eitelkeit, und die, die sie erinnerten, waren genauso wichtig und notwendig wie diejenigen, die sie verfasst hatten.

Wir hoffen, dass dieser Raum als eine tiefe Hommage an die Poeten, die gelitten haben, an diejenigen, die durch ihr Leiden zu Poeten wurden, und an die Menschen verstanden wird, die in der Lage waren, diese beeindruckende Pflanze zu schaffen, die in der Dunkelheit wachsen konnte: Poesie im Gefängnis.