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Strafrechtsmatrikularkarteizettel: Adrian Dimitriu

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Adrian Dimitriu(1905-1994)

Lizentiat in Jura und Philosophie, hervorragender Anwalt, Führungspersönlichkeit der Sozialdemokratischen Partei (PSD)

Nach dem Kongress der PSD vom März 1946, als sich der Verrat derjenigen vollzog, die die Fusion mit der Kommunistischen Partei wollten, konstituierten die Sozialdemokraten, die die Unabhängigkeit der Partei bewahren wollten, um Constantin Titel Petrescu herum die Unabhängige Sozialdemokratische Partei, zu deren Generalsekretär Dimitriu gewählt wurde.

Im Februar 1948 wurde er aus dem Anwaltskollgium aus dem Grund heraus, dass er „undemokratisch“ sei, ausgeschlossen. Drei Monate später, in der Nacht vom 5. auf den 6. Mai 1948, wurde er verhaftet, und am 22 Januar 1952 zu lebenslänglicher Zwangsarbeit für „Verrat“ verurteilt. Im April 1956 wurde er nach der Intervention der Labour-Partei aus Großbritannien freigelassen.

„Im Kreis der Vertrauten von Adrian Dimitriu, einem markanten Mitglied der Sozialdemokratischen Partei und ein guter Freund von Titel Petrescu, nahm man kritisch Stellung zu dem Umstand, dass von der Parteiführung ein Missbilligungs-Brief bezüglich des Vorgehens der Kommunistischen Partei ausgearbeitet wurde, die sich – in letzter Zeit – das Recht herausnahm, im Namen der gesamten Nationaldemokratischen Front auch die anderen Parteien, die Teil der Front waren, zu engagieren, ohne sie aber im Vorfeld bezüglich der Maßnahmen, die sie traf, zu konsultieren. Dieser Brief wird als erster Akt der Tropedierung der Nationaldemokratischen Front interpretiert… Sichere Quelle“

(Informativer Bericht der kommunistischen Sicherheit vom 22 Februar 1945, ASRI, fond D, dosar nr. 2115, f. 91)

„Ich wurde in einen Raum gebracht, der aus zwei entgegengesetzten Zelle bestand, die miteinander durch eine Tür kommunizierten, wonach ich eine Serie von Schlägen auf den Rücken begleitet von einer Welle an Flüchen bekam, die mich beinahe umwarfen. Nach dieser Einführung hat man mir befohlen, zur schwarzen Einfassung neben der Wand in der ersten Zelle zu laufen. Ein Wächter mit einer Pistole in der Hand bewachte mich, er saß in der Tür zwischen beiden Zellen. So hat meine Fahrt begonnen, die man, wie ich später erfuhr, Manege nannte, und die nur 52 Stunden zu dauern hatte. (…) Die Schläge beiseite lassend, die ich bekam, an die ich mich gewöhnt hatte, quälte mich am meisten die Müdigkeit, die mir auch die Füße erschlaffte, über die ich kein Herr mehr war. Mir schien es, dass ich an den Fußsohlen tausend Akten hatte, auf die ich trat, während das Gehen sich mit einer andauernden Tendenz, nach vorne zu fallen, vermengte. Mir war schwindelig und ich schützte mich mit den Ellenbogen und der Schulter, soweit ich es konnte, um nicht mit dem Kopf an die Wand zu stoßen. Von Innen fühlte ich, dass an mir eine große Last hing, die mich fast in Stücke riss und die mich zwang, mich zu krümmen. Ich hatte den Eindruck, dass ich nicht mehr als ein Automat bin, von dem ich nicht wusste, wie lange er noch funktionieren würde“

(Adrian Dimitriu, „Note de drum”, Manuskript)

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