“Lebendige Erinnerung Europas”: Antikommunistischer Widerstand und Deportationen
Ana Blandiana bei der Ausstellungseröffnung in Brüssel. Foto: Constantin Duma, Agerpres, Bukarest Monica Macovei, Ana Blandiana, Stephane Courtois und Jerzy Buzek, der Präsident des Europäischen Parlaments, eröffneten die Ausstellung. Buzek schickte eine Videobotschaft. Einige der 33 EU-Abgeordneten aus Rumänien wie Dacian Cioloş, Laszlo Tökes, Theodor Stolojan, die ehemaligen politischen Häftlinge Octavian Bjoza, Teodor Stanca waren bei der Eröffnung zugegegen. Holger Dix von der Konrad-Adenauer-Stiftung, Sorin Dumitru Ducaru aus Kronstadt, der Nato-Repräsentant in Brüssel, Professor Pierre Hassner (Paris), Petruska Sustrova von der ehemaligen Charta 77 (Prag), Prof. Libuse Valentova (Prag), Jose Maria Ballester, ehemaliges Mitglied des Europäischen Rates (Paris), Goran Lindblad (Stockholm), Katalin Somlai (Budapest), Anneli Ute Gabanyi und Helmut Müller-Enbergs (Berlin) sowie viele weitere Gäste waren zur Eröffnung ins Parlament gekommen. Mariana Cosac, ehemalige Lehrerin aus Kronstadt, EU-Angestellte, führte die Gäste durch das Parlamentsgebäude.
Die EU-Parlamentarierin Monica Macovei eröffnete die Ausstellung am 18. Oktober 2011 in Brüssel. Foto: Constantin Duma, Agerpres, Bukarest Monica Macovei betonte in ihrer Ansprache, dass das 1993 gegründete Memorial Sighet die erste Gedenkstätte dieser Art in einem postkommunistischen Staat sei: „Wir dürfen die Toten nicht vergessen, jene, die gegen den Kommunismus gekämpft haben. Ana Blandiana und ihr Team aus Sighet sind bisher die einzigen in Rumänien, die Beweise für den antikommunistischen Widerstand in Rumänien gesammelt haben und diese in der Öffentlichkeit ausstellen.” Der Titel „Memoria ca forma de justitie“ – Erinnerung als Ausdrucksform der Gerechtigkeit“ stehe als Symbol für die bisher fehlende Rechtsprechung in Rumänien. „Wir denken an eine Rechtsprechung in dem Sinne, dass wir uns derer, die sich geopfert haben, erinnern und sie ehren, indem wir sie nicht vergessen“, sagte Monica Macovei.
Die lange Liste der im Bărăgan verstorbenen Deportierten in der Ausstellung in Brüssel. Foto: Constantin Duma, Agerpres, Bukarest Ana Blandiana dankte Monica Macovei für die Möglichkeit, in den Räumen des EU-Parlaments auf die grausamen, hasserfüllten Geschehnisse eines „halben Jahrhunderts Kommunismus“ hinzuweisen. Dies sei eine Chance, dass die beiden Teile Europas mehr voneinander in Erfahrung bringen. Es sei wichtig, dass „der europäische Einigungsprozess nicht nur auf ökonomischer oder diplomatischer Ebene vorangetrieben wird, sondern auch die Obsessionen in Einklang bringt“.
Pfarrer László_Tőkés, Vizepräsident des Europäischen Parlaments, und Theodor Stolojan. Foto: Constantin Duma, Agerpres, BukarestOsteuropa bringt das „Erbe eines gelebten Leidens ein“ – ein Kulturgut aller großen historischen Konstruktionen. Das Memorial Sighet als Erinnerungsstätte stelle nicht allein die Vergangenheit dar, sondern zeige auch einen Weg in die Zukunft.
Die gleiche Ausstellung wird seit dem 9. November im Europahaus (Casa Europa) in der Vasile-Lascar-Straße in Bukarest gezeigt. Ein Runder Tisch ist den Deportationen in den Bărăgan vor 60 Jahren gewidmet.
Katharina Kilzer
EU-Kommissar Dacian Ciolos, Romulus Rusan und Katalin Somloi (Budapest) bei der Ausstellungseröffnung in Brüssel. Foto: Constantin Duma, Agerpres, Bukarest